Nachruf auf Elron Tibor Gerstner aus Lingenfeld Germersheim, der am Samstag, den 23.08.03 mit seinem Motorrad tödlich verunglückt ist. Bilder aus seinem Leben, Informationen zur Trauerverarbeitung Trauerphasen u. Gesprächskreis verwaister Eltern, Gedichte
verstorben vor 5509 Tagen

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Mein lieber Sohn,

ich kann es nicht verstehen, dass du nicht mehr unter uns bist. Manchmal wache ich auf und denke, alles ist nur ein Traum.
Aber leider kommt die Erinnerung zurück, es ist kein Traum, es ist bittere Wirklichkeit.

Nun ist es ein Kampf den ich kämpfen muß, ganz alleine, denn nur ich kann ihn bestehen.
Du fehlst mir so sehr!
Ich glaube daran, dass für jeden Mensch, der geboren wurde sein Buch geschrieben ist, in dem sein Schicksal steht.
Aber das es dein Schicksal sein sollte so früh zu sterben, daran hätte ich nie gedacht!
Immer dachte ich alles ist nur eine Warnung, aber am Ende wird alles gut.
Was bedeutet für mich gut?
Das du wieder zu uns nach Hause kommst, den Unfall überlebst und ich dich wieder in meine Arme schließen kann.
Aber nicht, dass man mir sagt: " Es gibt keine Hoffnung für Ihren Sohn, er wird sterben!"

Sterben bedeutet für dich bestimmt was ganz anderes Elron, als für mich.
Deine Seele ist jetzt frei, du bist im Licht und hast dein Körper abgelegt, du bist mit Opa Gerhard wieder zusammen mit meinem Bruder, Urgroßeltern und vielen Anderen, die für uns nicht mehr erreichbar sind.
Du kannst überall sein und gleichzeitig und allen auf einmal helfen und uns unterstützen, soweit es in deiner Macht steht.
Ich gönne dir deinen Frieden, warst du doch schon immer anderen weit voraus. Aber soweit, dass du gehen musstest, ist sehr schwer für mich zu verstehen.

Was bedeutet sterben für mich?
Es bedeutet für mich, dass ich dich hier auf Erden neben mich verloren habe, dass ich dich nicht mehr im Arm halten kann, dass ich nicht mehr mit dir sprechen kann, dass ich nie wieder dein Lächeln sehen kann.

Wir können nie mehr so laut diskutieren. Ich kann nie mehr etwas für dich tun, nie mehr mit dir sein, nie mehr.....
Ich kann es nicht verstehen....
Aber ich wäre nicht deine Mutter, wenn ich nicht mein Schicksal tapfer trage würde.
Ich bin stark und doch so schwach, aber du gibst mir Kraft und hilfst mir, ich weiss und spür es in mir.
Warum, dieses eine Wort, Warum.....

Warum ich, warum unsere Familie, warum..
Ich hab dich doch so geliebt, war immer für dich da.
Habe dir alles gegeben auf deinem Weg, was ich nur für dich tun konnte.
War das schon alles was du brauchtest, hab ich dir schon alles mitgegeben, auf deinem Weg.
Die Liebe, die ich dir gab, hast du so großzügig an alle deine Freunde und Bekannte verteilt, du hast ihnen viel mit auf dem Weg gegeben.
Damals haben sie dich nicht verstanden, heute erinnern sie sich daran und es bekommt eine andere Bedeutung.

Mein Glaube ist, dass du tief in deiner Seele wusstest, dein Weg ist hier auf Erden bald zu Ende.
Und tief in meinem Innern, habe ich eine große Unruhe gespürt, aber ich dachte nie im Traum daran, dass sie damit endet, dass du uns für immer verlässt!
Nach dem Schock habe ich lange mit mir gekämpft, es zu akzeptieren, dass du gestorben bist.
Es fällt mir noch sehr schwer.
Ein Jahr und doch wie gestern.
Es war früher schon schwer für mich, wenn du mal paar Tage weg warst. Dann rief ich dich an, wo du bist. Jetzt ist es schon ein Jahr ohne dich.
So lang und doch grad eben.
Alles was je gewesen, hat jetzt eine andere Bedeutung.
Dein Konfirmationsspruch, den du dir selber ausgesucht hast, bekommt jetzt einen anderen Sinn.

" Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, dass weder Engel noch andere Mächte, dass weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, dass weder etwas im Himmel noch in der Hölle noch irgendeine andere Kreatur uns trennen kann, von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus offenbar geworden ist."

Dein Auto, dass dir über alles ging.
Du wolltest so gern, dass es die Farbe blau hat, deine Lieblingsfarbe. Du nahmst einfach einen Pinsel und hast es blau gestrichen.
WUSSTEST DU, DAS DU NUR NOCH KURZE ZEIT HAST????

Dein Geld war immer knapp, du hattest so viel Pläne, wolltest eigentlich übers Wochenende in Urlaub fahren, was machtest du,..
Du gabst einfach einem Mädel Geld, das du kaum kanntest, weil sie Schulden hatte, wegen Drogen.
WUSSTEST DU, DASS DU BALD KEIN GELD MEHR BRAUCHST????

Du besuchtest kurz vor deinem Tod mit Martin Freunde, die du schon länger nicht mehr gesehen hattest.
WUSSTEST DU, .........?

Du hattest nur drei Wochen Urlaub und hättest Montag wieder angefangen zu arbeiten. Räumtest aber deinen Spind und deine Werkbank so auf, dass sofort ein anderer dort hätte anfangen können.
So sauber, ordentlich, das Werkzeug akkurat in Reihe und Glied, kein Staub, kein Tuch nichts.
WUSSTEST DU, .........?

Du hast kurz vorher dein Zimmer und den Flur gestrichen, natürlich in Blau. Deine Wohnung war alles aufgeräumt, alles ordentlich wie du gingst. Für einen anderen bereit?......... Dein Bruder ist jetzt dort eingezogen.
WUSSTEST DU, ........?

An Weihnachten kamen Freunde von dir, die erzählten mir, ca. 6 Wochen vor deinem Tod, sagtest du zu Ihnen, "Wenn ich mal nicht mehr da bin, passt mir auf meinen Bruder Marvin auf!"
WUSSTEST DU, ........?

Deine Arbeitskollegen kamen uns nach deinem Tod besuchen und erzählten mir, dass du in der Berufschulzeit in den Pausen oft mit Lesen beschäftigt warst. Eines von ihnen heißt, Deutscher Lyrik seit Goethes Tod. Hast du dich vorbereitet, oder wolltest du uns vorbereiten?
Ich habe nach deinem Tod in deinem Zimmer gesucht, nach einem Zeichen von dir.
Was ich gefunden habe, waren zwei Bücher mit Gedichten, mit dem deine Kollegen dich gesehen hatten. Du hast zwei Zettel reingelegt, waren die für mich?
Die Gedichte, die du markiert hast, lassen mich vermuten, du hast es geahnt.
Das Gedicht: "Lange hielt ich meines Leben Steuer ziellos in der Hand" lässt mich ahnen, da könnte mehr dahinter stecken!
WUSSTEST DU, ........?

Du hast ein Gedicht in deinem Buch hinterlassen, groß markiert, ich habe es gefunden.

"Lieb so lang du leben kannst, lieb so lang du leben magst,
es kommt der Tag, es kommt der Tag, wo du an Gräbern stehst und klagst"

Ein Gedicht über den Tod, mit 18 Jahren, ist das normal? Du warst anders als all die Anderen, dein Name, Dein Leben, dein Denken und Handeln, deine Fürsorge anderen gegenüber, nur gegen dich
Selbst nicht.
Deine große Sorge um deinen Bruder, um uns, Peter und mich.
WUSSTEST DU,.........?

Ich denke dieses Gedicht hat dir soviel bedeutet, deswegen bin ich der Meinung, es ist dein Vermächtnis an UNS ALLE !!!
Darum habe ich diese Hompage begonnen, weil ich glaube, ich muss hier deine Gefühle und Gedanken veröffentlichen, für alle die dich gekannt und geliebt haben.
Bedenkt der Worte, die er für Euch alle geschrieben hat, denn er hatte wohl schon eine Ahnung.
Lest die Geschichte von der alten Seele.
Elron war nämlich so eine alte Seele, er war weiser als manch Andrer in seinem Alter, lasst seinen Tod nicht umsonst gewesen sein.

Macht euch Gedanken warum gerade er eueren Weg gekreuzt hat.
Denn es gibt keine Zufälle, das Leben ist bestimmt und jeder muss für sich das Beste daraus zu machen.
Was ist der Sinn des Lebens?

Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben.
Aber es hat nur genauso viel Sinn, wie wir ihm geben.
Das kostbare Vermächtnis eines Menschen ist die Spur,
die seine Liebe in unsren Herzen zurückgelassen hat.

Die Liebe überlebt den Tod und gibt uns Kraft in der Not.
Wenn es etwas gibt, gewaltiger als solch ein Schicksal,
so ist es der Mut derer, die es unerschüttert tragen.

Liebe ist so stark und doch so zart.
Liebe bedarf keiner Worte,
man sieht und fühlt sie im Tun,
und sie stahlt von Euch aus

Erkennt, das Paradies ist nicht irgendwo da draußen, es ist inwendig in jeden von uns.
Das Göttliche ist hier und jetzt in uns und alle Zeit in uns.

Du warst für mich und alle dich kannten, wie ein Stern der vom Himmel geschickt wurde. Ganz plötzlich kamst du in unser Leben, hast uns soviel gegeben, hast uns nur ein Stück begeleitet, hast uns vorbereitet für unseren Weg. Reistest eilig weiter in ein andres Land, warst unser Wegbegleiter, zeigtest uns den Weg, der unsere Ziele näher bringt.

Erinnerungen sind wie kleine Sterne, die tröstend in das dunkle der Trauer leuchten.

Trauer um ein verstorbenes Kind ist kein vorrübergehender Prozess, sondern ein Fortwährender.
Alles was unsere Gesellschaft interessiert ist:
Was kannst du
Was hast du
Wie siehst du aus
Zählt nicht mehr für uns?
Sollte nicht das Menschliche im Vordergrund stehen?
Die Trauernden auf dieser Erde haben Organe, mit denen sie hören, was kein Ohr sonst zu hören vermag.
Sie haben Augen, mit denen sie sehen, was kein Auge je gesehen hat..
Die Trauernden, deren Gefühle leicht verletzbar sind, sind viel sensibler, wie manche auch nur erahnen können.

Ich will diese Last tragen, weil sie mein Schicksal ist.
Diese Liebe, die ich Elron gab und die ich noch immer im Herzen spüre, werde ich weiter geben, all derer die sie bedürfen.
Es ist meine Aufgabe stark zu sein, für Marvin deinen Bruder, für Peter meinen Mann, für meine Mutter, die schon Mann und jetzt Enkel verlor, für mich das ich jeden Schritt den ich bewältige, dir einen Schritt näher bin, mein über alles geliebter ELRON TIBOR.

Mein Leben ist anders geworden, ich nehme nichts mehr selbstverständlich und lebe viel tiefer und bewusster.
Habe auch erkannt, das ich keinen vor seinem Schicksal bewahren kann, des wegen gebe ich mir jeden Tag Mühe, meine Lieben ohne Sorgen gehen zu lassen und nicht aus Angst zu klammern und ihnen die Luft zum atmen zu nehmen.
So wie bei deinem Bruder Marvin. Er konnte es vor lauter Trauer nicht mehr aushalten und war ausgezogen.
Hatte eine WG mit zwei Jungs gegründet. er musste so seine Trauer verarbeiten. Zum zweiten Mal brach für mich eine Welt zusammen.
Mir war so als würde ich mein zweites Kind auch verlieren.
Es war ein schwerer Weg für Marvin und mich. Wir haben uns den nötigen Abstand gegeben, jeder hat gelernt.
Und nach 4 Monaten ist er zu uns in die Wohnung zurück gekommen. Er ist dann in deine Wohnung gezogen, ich habe deine Sachen rausgeräumt und Marvin, hat es nach seinem Geschmack und Möbeln so eingerichtet, dass er sich dort wohlfühlt.
So ist er dir auch ganz nahe. Ich lasse ihm jetzt auch hier in unserer Wohnung den Freiraum, den erbraucht.
Ich bin auch sehr froh, dass er jetzt eine liebe Freundin hat, die ihn versteht und auch unterstützt.
Und er jetzt seine Schule fertig hat und auch eine Lehre beginnen darf. Danke! Ich weis Elron, du wirst uns helfen und führen, nur den Weg müssen wir alleine gehen.

Ich danke dir für jede Minute die ich mit dir verbringen durfte und deine Mutter sein durfte.
Ich weis du hast mich dafür aus gesucht und jetzt bin ich für Marvin, Ricarda, Steffi und Sidney da.

Danke, dass du mir ganz liebe Leute geschickt hast, die das selbe Schicksal mit mir tragen, denn es ist eine große Hilfe nicht alleine als Betroffene dazustehen, bei denen brauch ich nicht viel zu reden, den sie wissen wie es ist! Ich werde tapfer sein, ich verspreche es dir, aber bitte hilf uns damit umzugehen, denn an manchen Tagen fällt es mir doppelt so schwer.

"Und seine Seele spannte weit seine Flügel aus,
flog durch die stille Lande,
als flöge sie nach Haus ."


In Liebe Deine Mama

   
   























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